8.11.-30.12.2009

CIRCLE OF LIFE

als Thema dieser Ausstellung eröffnet dem Betrachter den Zugang zu der spirituellen Welt des Wirot Chantarakanit. Er erschuf seine eigene Art von Malerei welche die Evolution mit buddhistischen Themen verbindet. Die nahezu überbordende Ornamentik, die Darstellung von sagenhaften Nautillen, Schnecken, Schlangen, stilisierten Elefanten und vielen organischen Objekten lässt den Betrachter in einer ständig zirkulierenden Welt versinken. Die Spirale des Lebens, als lebensbejahende Konstruktion. Die Lehre Buddhas: Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt.

Die zahlreichen Skizzen dokumentieren mit vielen interessanten Details die Entstehung seiner Werke.


WIROT CHANTARAKANIT

geboren 1974 in Surat Thani, Thailand. Arbeitet seit 15 Jahren als freischaffender Künstler, momentan auf Koh Samui.

Sein Studium der Malerei begann er 1990 im Poh-Chang Campus (3 Jahre). Den Abschluss als Kunstmaler absolvierte er nach 4 Jahren am Rajamangala Institute of Technology in Bangkok.

Mit vielen Ausstellungen machte er sich in Thailand einen Namen. Auch in den USA und Kanada haben seine Bilder zahlreiche Liebhaber gefunden. In Deutschland stellt er nun zum ersten Mal ausserhalb von Thailand aus.

Neben der Malerei betätigt sich Wirot Chantarakanit erfolgreich als Tattoo-Künstler.


Herr Chantarakanit, warum malen Sie?
Ich bin geboren und aufgewachsen in Surat Thani. Unser Nachbar war ein Maler. Jeden Tag saß er im Garten und malte. Ich liebte seine Bilder, seine Maltechnik beeindruckte mich sehr. Und so habe ich mich schon damals entschlossen Künstler zu werden. Seither male ich.

Welche Art von Kunst machen Sie?
Ich würde sie als eine Kunstrichtung bezeichnen, die sich ausschliesslich mit der Darstellung buddhistischer Spiritualität beschäftigt. In meiner Studienzeit in Bangkok erlernte ich viele Maltechniken. Ich erkannte, daß es viele Wege gibt sich als Maler künstlerisch auszudrücken.  Durch den Einfluss der traditionellen thailändischen Malerei habe ich meine eigene Art gefunden zu malen.

Um was geht es in Ihren Bildern? Wie würden Sie Ihr Thema  „Circle of Life“ beschreiben?
Es geht um Buddha‘s Lehre und um den Weg des Lebens: Geburt, Leben, Tod, Wiedergeburt... Der ewige Kreislauf. Aber auch um die Balance zwischen Gut und Böse. Wobei ich immer die positive Kraft herauszustellen versuche.
 
Welche Bedeutung haben tierische Motive (Nautilus, Schlange, Schnecke etc. ) in Ihren Bildern? Wo liegt der Zusammenhang mit der Darstellung des Buddha?
Die symbolisch dargestellten Tiere unterstützen die Spirale des Lebens - ein rein buddhistisches Thema. Die Evolution als eine immer wiederkehrende Weiterentwicklung.

Wie viele Bilder malen Sie pro Jahr?
Es sind so zwischen 250 und 300 Bilder.

Woran arbeiten Sie im Moment?
„Circle of Life“ ist mein Thema und ich entwickle es immer weiter.

Hören Sie Musik bei der Arbeit? Welche?
Ja, ich höre Rockmusik zur Erbauung während meiner Arbeit, aber sie treibt mich auch an, gibt mir die nötige Energie. So kann ich gezielt und schnell malen.

Was inspiriert Sie?
Es ist die buddhistische Kultur die mich immer wieder inspiriert aber auch Einflüsse aus meinem Umfeld.

Welche Vorbilder in der Kunst haben Sie?
Mein grosses Vorbild ist der thailändische Künstler Chalermchai Kositpipat, aber auch der geniale Surrealist Salvador Dali und der Fantastische Maler Boris Vallejo.

Welche Rolle spielt die Tattookunst bei Ihrer Malerei und umgekehrt?
Natürlich findet beiderseitig eine Beeinflussung statt. Ich arbeite ja schliesslich ständig in den beiden Bereichen, oft auch gleichzeitig.  Beide Bereiche haben viele Gemeinsamkeiten - die konturierende Technik der Figuren,  die ineinander verschlungenen Formen, die Farben, aber auch die buddhistische Thematik der Unendlichkeit.

Haben Sie schon mal ausserhalb von Thailand ausgestellt oder gearbeitet?
Nein, denn ich liebe Thailand und hier sind meine Wurzeln, nur hier kann ich arbeiten. Aber ich freue mich sehr darüber, daß meine Bilder mittlerweile überall auf der Welt verteilt sind.

Haben Sie eine Lebensweisheit die Sie mitteilen möchten?
Wir alle wurden geboren, wandern den Weg des Lebens bis hin zum Tod. Egal ob reich oder arm - wir sind alle gleich. Damit möchte ich sagen, daß wir alle versuchen sollten Gutes zu tun, weil das Gute im Menschen sich auf seine Umwelt überträgt.

Das Gespräch mit Wirot Chantarakanit führten Jiří Novotný und Ketsinee Tschamber am 23.10.2009